Wie schweizer Technologie die Weltzeit bestimmt

Unser modernes Leben hängt von einer Zeitmessung ab, die so präzise ist, dass wir sie kaum wahrnehmen. Ob ein Smartphone den Standort über das europäische Satellitennavigationssystem Galileo ermittelt oder Telekommunikationsnetze jede Sekunde Millionen von Anrufen synchronisieren – all diese Systeme bedürfen extrem genauer Atomuhren. Im Jahr 2025 weitete Rolex sein jahrhundertelanges Streben nach Präzision auf die globale Zeitmessung aus und gründete im schweizerischen Neuenburg Rolex Quantum. Das unabhängige Unternehmen hat sich auf die Herstellung optischer Atomuhren für solche Systeme spezialisiert – auch, damit die Rolex-Uhren perfekt die Zeit wiedergeben.

Die Wissenschaft hinter optischen Uhren

Rolex Quantum
© Rolex / Fred Merz

Atome verhalten sich wie Stimmgabeln, die stets richtig gestimmt sind. In einer optischen Atomuhr wird ein Laser auf diesen atomaren Ton abgestimmt. Weicht der Laser auch nur geringfügig ab, bringt das Atom ihn wieder in die richtige Position zurück, sodass jedes einzelne «Ticken» völlig gleichmässig bleibt. Diese integrierte Korrektur bildet das Rückgrat der Systeme, die Rolex Quantum vorantreiben möchte, und macht optische Uhren zu den zuverlässigsten Zeitmessern, die je entwickelt wurden.

Dieses Ziel prägte die Anfänge von Rolex Quantum im Rahmen der langjährigen Zusammenarbeit mit CSEM und dessen Ingenieurinnen und Ingenieuren. Gemeinsam gelang es ihnen, frühe Prototypen in erprobte technologische Bausteine zu verwandeln – eine mühevolle Arbeit, bei der Laborideen in zuverlässige Werkzeuge umgewandelt wurden. Dieser Einsatz führte zu einem gezielten Technologietransfer und zu einem Unternehmen, das reif war für die industrielle Produktion.

Schweizer Ökosystem für Präzision

Der Standort von Rolex Quantum untermauert dieses Ziel: Nur wenige Schritte vom historischen Observatorium Neuenburg entfernt und in unmittelbarer Nähe zu den Aktivitäten von CSEM, finden hier Menschen und Fachwissen an einem Ort zusammen, der seit Generationen für Schweizer Uhrmacherkunst steht. Das Unternehmen wird von Fabien Droz geleitet, ehemals Leader in Instrumentation bei CSEM. Er fasst zusammen: «Dieses neue Unternehmen entstand aus einer herausragenden Zusammenarbeit zwischen Rolex und CSEM, mit dem Ziel, eine neue Generation von Atomuhren zu entwickeln – mit Photonik im Zentrum der Entwicklung. Die Expertinnen und Experten von CSEM haben diese Herausforderung mit Bravour gemeistert.» Das Resultat ist ein lokales Ökosystem mit globaler Reichweite, in dem Tradition, nationale Zeitmessung, industrielle Exzellenz und Forschung vereint sind.

Lasers
© Rolex / Fred Merz

Wie die Schweiz die Welt genau im Takt hält

Diese regionale Konzentration trägt unmittelbar zur Rolle der Schweiz als Nation der Zeitmessung bei. Das Eidgenössische Institut für Metrologie (METAS) unterhält die Hauptuhr des Landes und übermittelt diese Daten an das Bureau International des Poids et Mesures (BIPM) in Paris. Dort werden Zeitdaten aus aller Welt zusammengeführt, um die koordinierte Weltzeit (UTC) zu erstellen. Die UTC ist die globale Referenz, welche Navigation, Telekommunikationsnetze und Finanzsysteme miteinander synchronisiert. Durch die Bereitstellung extrem stabiler optischer Taktimpulse stärkt Rolex Quantum den Beitrag der Schweiz zu diesem System und stellt sicher, dass die Schweizer Präzisionskultur weltweit Nutzen stiftet.

Eine Partnerschaft, die Massstäbe setzt

CSEM stellte die Expertise zur Verfügung, um optische Uhren für industrielle Anwendungen zu realisieren. Rolex seinerseits baute auf dieser Grundlage das Unternehmen Rolex Quantum auf, festigte damit die Position der Schweiz in der weltweiten Zeitmessung und setzte neue Massstäbe in Sachen Präzision.

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