Mehr Präzision und Benutzerfreundlicherkeit bei der Tierimpfung

Tierärztinnen und Landwirte auf der ganzen Welt stehen vor derselben drängenden Herausforderung: Wie lassen sich grosse Herden am besten zuverlässig, schnell und kostengünstig impfen, während gleichzeitig alles genau dokumentiert wird? In vielen Betrieben sind traditionelle Injektionsgeräte nach wie vor die Norm – doch damit ist noch nicht gesichert, dass jedes Tier die richtige Dosis erhält. In einer Zeit, in der die Nachfrage nach tierischen Produkten steigt, müssen Impfungen nicht nur flächendeckend erfolgen, sondern auch rückverfolgbar und vertrauenswürdig sein.

AR2025 Socorex

Gesunde Tiere sind für die Lebensmittelversorgungskette unverzichtbar. Die effiziente Durchführung von Impfungen ist jedoch keine einfache Aufgabe. Zwar gibt es automatische oder selbstnachfüllende Impfpistolen, doch sind diese oft teuer oder schwierig zu warten. Gleichzeitig stehen Landwirtinnen und Tierärzte unter grossem Druck: Sie müssen die Gesundheit der Tiere schützen, die Lebensmittelsicherheit gewährleisten sowie gesetzliche Vorschriften einhalten – und das alles unter hohem Zeit- und Kostendruck.

Impfen ist mehr als nur ein technischer Vorgang; es ist ein Grundpfeiler des Tierwohls und der Lebensmittelsicherheit. Versäumte Dosen oder ungenaue Volumina können zu Krankheitsausbrüchen, wirtschaftlichen Verlusten und Reputationsschäden für die Produktionsbetriebe führen. Für ein verantwortungsvolles Tiergesundheitsmanagement sind daher Präzision und Dokumentation unerlässlich.

Von der Erkenntnis zur Innovation


Der Schweizer Hersteller Socorex erkannte diese Herausforderungen und wandte sich mit einer klaren Mission an CSEM: die Arbeitsbelastung für die Bedienung durch qualifizierte Personen verringern und jede Injektion digital nachvollziehbar machen. Gemeinsam entwickelten sie ein Impfsystem, das für die realen Bedingungen in landwirtschaftlichen Betrieben konzipiert ist: Es ist robust, benutzerfreundlich und digital vernetzt.

Emmanuel Onillon, Project Manager in Instrumentation bei CSEM, erklärt: «Das Herzstück des Systems ist ein hochpräziser Dosiermechanismus, der mit von CSEM entwickelter Elektronik und Steuerungssoftware verbunden ist. Bei jedem Auslösen wir eine genau dosierte Impfstoffmenge abgegeben». Durch die Gewährleistung konsistenter Dosierungen minimiert das System die Verschwendung von Impfstoff und verhindert kostspielige Ungenauigkeiten. Dadurch können landwirtschaftliche Betriebe Ressourcen sparen und gleichzeitig die Gesundheit ihrer Herde erhalten. Diese Präzision führt direkt zu Kosteneinsparungen, da das Tool weniger Impfstoff verschwendet, weniger Fehler macht und besser planbare Abläufe ermöglicht – und das, ohne die Arbeit für die Anwenderinnen und Anwender zu verkomplizieren.

Digitale Aufzeichnungen statt Papierkram

Die Partner haben zudem eine App integriert, die jede Injektion automatisch protokolliert (Volumen, Zeitpunkt und Anzahl). Damit werden handschriftliche Aufzeichnungen, die leicht verloren gehen oder beschädigt werden können, überflüssig. Diese Funktion, die Socorex erstmals im Rahmen seines Gewinnerbeitrags für den CSEM Digital Journey Award 2023 vorstellte, verwandelt Impfdaten in verlässliche, manipulationssichere digitale Aufzeichnungen.
Bauernhöfe gewinnen Transparenz und Rückverfolgbarkeit – sowohl für das interne Management als auch für die Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Für Produktionsbetriebe bedeutet dies mehr Sicherheit und einfachere Audits, während Aufsichtsbehörden von zuverlässigen, überprüfbaren Daten profitieren.

Umfangreiche Labor- und Feldtests haben die Leistungsfähigkeit des Systems bestätigt: präzise Dosierung, zuverlässige Batterieleistung und Stabilität unter realen Betriebsbedingungen. Jean-Marc Ammann, Technical and Quality Manager bei Socorex, betont: «Die technische Sorgfalt von CSEM und das Verständnis für die Bedingungen vor Ort waren entscheidend. Gemeinsam haben wir eine in der Schweiz hergestellte Lösung entwickelt, die Tierärztinnen und -ärzten weltweit einen echten Mehrwert bietet.»

Abgesehen vom Gerät selbst plant Socorex zudem zu evaluieren, welche digitalen Zusatzdienste diese Innovation sinnvoll ergänzen könnten. Denkbar wären zum Beispiel optionale Online-Funktionen wie eine Dosierungshilfe oder Unterstützung bei der Wartung. Möglicherweise gewinnen solche Dienste mit der zunehmenden Ausreifung der Technologie und den damit einhergehenden breiteren Einsatzmöglichkeiten an Bedeutung. Für CSEM und Socorex zeigt dieses Projekt, wie Schweizer Technologiekompetenz zu effizienteren Betriebsabläufen in der Landwirtschaft beitragen kann – und gleichzeitig Tierwohl, Lebensmittelsicherheit und einen verantwortungsvollen Ressourceneinsatz fördert. Davon kann die gesamte landwirtschaftliche Wertschöpfungskette profitieren.

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