Ein Booster für medtech Innovationen in Bern

Auf dem Insel-Campus, dem Sitz eines der grössten Spitalverbünde der Schweiz, werden neue Kooperationen zwischen Klinik und Technik zielstrebig vorangetrieben. Im Rahmen des «Bern Medtech Collaboration Call» (BMCC) arbeiten das Inselspital, die Universität Bern und CSEM gemeinsam an der Entwicklung von Lösungen, die konkrete klinische Bedürfnisse erfüllen und gleichzeitig Bern bei dem Ziel unterstützen, bis 2030 zu einem führenden Medtech Innovation-Hub zu werden.

BMCC - Driving medtech innovation in Bern
© CSEM - Von links nach rechts: Jens Krauss (VP Medtech, CSEM); Prof. Dr. Virginia Richter (Rektorin der Universität Bern); Prof. Dr. med. Jennifer Diedler (CEO der Insel Gruppe); Dr. Alexandre Pauchard (CEO, CSEM).


Das BMCC wird jährlich mit 2 Millionen Schweizer Franken vom Kanton Bern finanziert und hat bislang 35 Projekte bewilligt. Im 2026 sollen acht neue Projekte aus den Bereichen Kardiologie, Pädiatrie, Onkologie, Frauengesundheit, Neurologie und Intensivmedizin anlaufen. Bei all diesen Projekten werden klinische Erkenntnisse, akademisches Fachwissen und die Technologie von CSEM kombiniert, um Diagnose- und Überwachungsinstrumente für bisher unzureichend abgedeckte medizinische Bedürfnisse zu entwickeln.

CSEM spielt dabei eine wichtige Rolle. Die Expertise des Unternehmens in den Bereichen Sensortechnologie, Mikroelektronik, medizinische Wearables, Implantate, Photonik und künstliche Intelligenz treibt den Fortschritt in vielen Anwendungsbereichen voran. Zu den aktuellen Projekten zählen die nicht-invasive Überwachung des Lungeninnendrucks, eine verbesserte Überwachung von Fötus und Mutter, eine frühzeitige Einschätzung der Ausbreitung von Krebs, die Echtzeit-Analyse von Hirnsignalen zur Überwachung von Krampfanfällen sowie Strategien zur Verringerung postoperativer Verwirrtheit. Mehrere Projekte konzentrieren sich zudem auf die kontinuierliche Blutdruckmessung (oBPM) unter Verwendung einer patentierten CSEM-Technologie. Diese Technologie wurde erfolgreich in das Unternehmen Aktiia ausgegliedert. Aktiia vertreibt weltweit den von der US‑Behörde für Lebensmittel- und Arzneimittelsicherheit (Food and Drug Administration, FDA) zugelassenen Armband-Blutdruckmonitor «Hilo».

BMCC-Projekte bieten in der Frühphase Testumgebungen, die dazu beitragen, dass vielversprechende Ideen zu tragfähigen Unternehmungen heranwachsen können. Ein Beispiel ist VidaSense: Die Unternehmung entstand aus einem von BMCC geförderten Projekt, erlangte sodann durch VentureKick Bekanntheit und entwickelt sich nun im Rahmen des ACCELERATE-Programms von CSEM weiter. ACCELERATE unterstützt Teams dabei, Prototypen in klinisch oder industriell einsatzbereite Lösungen zu überführen. Josef Hayoz, Senior Manager Medtech Bern bei CSEM, betont: «Das Wichtigste ist, dass diese Technologien dem klinischen Fachpersonal dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen, und aufstrebenden Unternehmen die Mittel an die Hand geben, tragfähige Lösungen zu entwickeln.»

CSEM unterhält auf dem Insel-Campus Büros und Tagungsräume, darunter auch Räumlichkeiten im Sitem StartUp Club. Die Nähe zu Fachpersonen aus Klinik, Forschung und Start‑ups beschleunigt Entscheidungsprozesse und Tests in realen Arbeitsabläufen. So gewinnt Berns Innovationspipeline an Stärke und seine Position als nationaler Medtech Innovation-Hub weiter an Profil.

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