Normalerweise hilft uns Licht dabei, uns in der Welt zu orientieren: Es schärft unseren Fokus, bestimmt unseren Tagesrhythmus und schafft eine Verbindung zu unserer Umwelt. Für Millionen von Menschen führt Licht jedoch auch zu Beschwerden – schon das Verlassen des Hauses oder der Blick auf einen Bildschirm ist für sie mit Schmerzen verbunden. Wenn die Iris oder andere Bereiche des Auges nicht richtig funktionieren oder wenn Menschen an Migräne, trockenen Augen oder Hirnverletzungen leiden, kann Licht zu einer Überlastung führen und eine starke Lichtempfindlichkeit – eine Photophobie – auslösen. Dies kann die Lebensqualität der betroffenen Person deutlich mindern und ihre Mobilität einschränken.
Um dieses Problem zu lösen, hat Azalea Vision die ALMA-Linse entwickelt: eine smarte Kontaktlinse, die dem Auge dabei hilft, das einfallende Licht auf natürliche Weise zu regulieren. In ihrem Zentrum befindet sich eine ultradünne Mini-Iris, die sich innerhalb von Millisekunden öffnen und schliessen kann, um das einfallende Licht zu regulieren – ähnlich wie bei einer selbsttönenden Brille, die sich bei Sonneneinstrahlung verdunkelt. Dadurch erhalten Menschen, deren Iris nicht mehr richtig funktioniert, Lebensqualität zurück, und bei bestimmten Augenkrankheiten kann dank der Linse sogar auf eine Operation verzichtet werden.
Nur dank einer modernen, flexiblen Elektronik kann diese Technik in einer weichen Kontaktlinse funktionieren. Azalea Vision hat die Lichtreaktion der Linse definiert, während CSEM die ultradünne elektronische Basis und die Antenne auf einer flexiblen Kunststofffolie gebaut hat – so kann die Linse Strom und Befehle von einer externen Quelle empfangen. Um eine zuverlässige Grossserienfertigung zu ermöglichen, passte CSEM den ursprünglichen Fertigungsprozess von Azalea Vision an seinen Reinraum an. Anschliessend integrierten Azalea Vision und seine Subunternehmer den Mikrochip, die Mikrobatterie, die Flüssigkristall-Mini-Iris und die Optik. Patrick Surbled, MEMS-Prozessexperte bei CSEM, erklärt: «Unser Ziel war es, einen Schaltkreis zu entwickeln, der so dünn, flexibel und zuverlässig ist, dass die Patientinnen und Patienten von der ganzen Technik gar nichts spüren. Die Linse fühlt sich an wie eine gewöhnliche Kontaktlinse, übernimmt aber für die Patientinnen und Patienten die schwierige Aufgabe, das Licht zu regulieren.»