Fliegende Partikel wie Pollen und Pilzsporen sind zwar mikroskopisch klein, ihre Auswirkungen sind jedoch enorm. Pollen können Allergien auslösen, von denen weltweit Hunderte Millionen Menschen betroffen sind. Sporen verbreiten Pflanzenkrankheiten, die jährlich bis zu 30 % der weltweiten Ernte im Wert von mehreren Milliarden vernichten. Herkömmliche Überwachungssysteme stützen sich auf traditionelle manuelle Laboranalysen: Proben müssen entnommen, transportiert und unter dem Mikroskop untersucht werden – das dauert oft mehrere Tage. Das Ergebnis: verspätete Prognosen, verpasste Präventionsfenster und ein übermässiger Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft.
Um dieses Problem anzugehen, spannt CSEM für das EU-finanzierte Projekt AGRARSENSE seit Kurzem mit Swisens zusammen, in Kooperation mit Agroscope und der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW). Swisens hat mit der Plattform SwisensPoleno ein fortschrittliches System entwickelt, das von jedem Pollen- und Sporenpartikel mehrere Datenpunkte erfasst: eine 3D-ähnliche holografische Momentaufnahme von zwei Seiten, Fluoreszenzspektren (den Lichtbereich, den das Partikel aussendet), Fluoreszenzlebensdauer (wie lange das Licht anhält) und Depolarisation (wie das Partikel die Ausrichtung des Lichts verändert). Aus diesen Messungen ergibt sich ein detaillierter Fingerabdruck, anhand dessen sich die verschiedenen Sporen- und Pollenarten voneinander unterscheiden lassen.