24. August 2022

Alpnacher Start-up hilft Schweizer Fertigungsbetrieben, die Chancen von KI zu nutzen

Jede Minute, die eine Fertigungsmaschine unvorhergesehen stillsteht, verursacht Kosten. Das ist insbesondere für Schweizer Erstausrüster (OEM) problematisch, da sie aufgrund internationaler Konkurrenz sowie durch den starken Franken ohnehin mit einem enormen Kostendruck zu kämpfen haben. Verlässlich und exakt voraussagen zu können, wann eine Maschine Wartung benötigt, wäre daher Gold wert.

Christoph Netsch und Till Schöpe, Mitbegründer der Alpamayo Intelligent Quality Solutions (IQS) GmbH.
Alpamayo IQS / Silvan Widmer

Klingt nach Science-Fiction? Mitnichten: «Die meisten mittelständischen OEM verfügen sogar bereits über einen Teil der Lösung», erklärt Christoph Netsch, Mitbegründer der Alpamayo Intelligent Quality Solutions GmbH. Denn in vielen Betrieben sammelt man heutzutage digitale Produktionsdaten. «Doch leider fehlt es meist an Zeit und Know-how, um diese zu analysieren und dadurch mögliche Verbesserungspotenziale zu finden.»

Künstliche Intelligenz führt zu realen Vorteilen

Genau hier schafft das innovative Start-up, dessen Gründung vergangene Woche (17. August) erfolgte, Abhilfe: Alpamayo IQS, welches aus dem CSEM in Alpnach entstand, nutzt Data Science sowie moderne KI- und Machine-Learning-Anwendungen, um mittelständische OEM bei der Auswertung ihrer Produktionsdaten zu unterstützen. «Unser erklärtes Ziel besteht darin, aus unstrukturierten Datenbergen nützliche Informationen sowie Handlungsempfehlungen für die Praxis abzuleiten», erklärt Christoph Netsch. Er sowie Firmen-Mitbegründer Till Schöpe konnten als langjährige ehemalige CSEM-Mitarbeitende in der Vergangenheit bereits viele solche Projekte erfolgreich umsetzen. «Auf diesen Erfahrungen bauen wir auf.»

Wie sieht das Angebot nun konkret aus? Die Reise beginnt für Fertigungsunternehmen mit einem ausführlichen Beratungsgespräch. «Jede Firma verfügt über individuelle Voraussetzungen, die wir berücksichtigen müssen», erklärt Netsch. Nach einer Auslegeordnung wird eine passende KI-Lösung für den jeweiligen Betrieb erstellt. Die Produktionsdaten werden dafür mit smarten KI-Softwares von Alpamayo IQS verarbeitet, woraus sich attraktive neue Ansätze ergeben, darunter «Predicitive Maintenance» (vorausschauende Wartung), bzw. «Predicitive Quality» (die Fähigkeit, die Fertigung ohne Qualitätseinbussen agil anzupassen). Dadurch sollen mittelständische Firmen auf die gleiche Weise von den Vorzügen der «Industrie 4.0» profitieren können, wie dies normalerweise nur Grosskonzernen möglich ist. Das Potenzial dieses Ansatzes ist enorm: Allein in der Schweiz sind rund 1257 OEM tätig, weltweit wird der Absatzmarkt für KI-Lösungen in diesem Segment auf 4,2 Milliarden Dollar geschätzt.

Dass Alpamayo IQS die Gemeinde Alpnach als Firmenstandort gewählt hat, ist kein Zufall: «Auf diese Weise können wir weiterhin von der Expertise der dortigen CSEM-Fachleute profitieren und unsere bestehende Kooperation vertiefen», erklärt Netsch. Davon ist auch Philippe Steiert, Direktor der CSEM-Regionalzentren, begeistert. Er war beim Aufgleisen der Partnerschaft federführend. «Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, diese dynamischen Jungunternehmer für den Zentralschweizer Wirtschafts- und Innovationsstandort zu gewinnen», sagt er. Diesen gezielt zu stärken, sei eine wesentliche Aufgabe des Innovationszentrums. «Schliesslich werden wir von den Zentralschweizer Kantonen finanziell unterstützt.»

Weitere Informationen: www.alpamayo.ch

Pressemitteilung