
Eine Person trägt das VidaSense-Band. Es zeigt, wie nah das System am Körper anliegt – ganz ohne Gel, Kabel oder externe Anbauteile.
Ein auf die klinische Praxis ausgerichteter Ansatz
VidaSense entwickelt eine Lösung, die genau hier ansetzt. Der Ansatz basiert auf einer nicht-invasiven Messmethode und ist darauf ausgelegt, wichtige Signale von Mutter und Kind während der Wehen kontinuierlich zu erfassen. Dazu gehören unter anderem die Herzfrequenz des Fötus, die Herzfrequenz der Mutter und die Uterusaktivität.
Im Unterschied zu vielen herkömmlichen Systemen ist die Lösung weniger empfindlich gegenüber Bewegung und benötigt weniger Anpassungen am Krankenbett. Die Anwendung ist einfacher und praktischer gestaltet, was sowohl für die Gebärenden als auch für das Betreuungsteam eine Entlastung bedeutet.
„Noch zu oft müssen sich Frauen während der Geburt an die Technik anpassen“, sagt Naeimeh Behbood, Gründerin von VidaSense. „Unser Ziel ist es, eine Lösung zu schaffen, die sich an die Realität von Schwangerschaft und Wehen anpasst.“
Dieser patientenzentrierte Ansatz steht im Mittelpunkt des Projekts. In der Geburtshilfe ist Komfort kein Zusatz, sondern ein entscheidender Faktor dafür, ob eine Lösung akzeptiert und im Alltag konsequent eingesetzt wird.

Eine weitere Ansicht des VidaSense-Bands, die das schlanke Wearable-Design ohne Gel, zusätzliche Verkabelung oder externe Komponenten zeigt.
Warum die Wehen der entscheidende Test sind
Was diese Phase besonders bedeutsam macht, ist der Untersuchungsort. Die klinische Studie findet auf den Geburtsstationen der Frauenklinik des Inselspitals, Universitätsspital Bern, statt. Die Studie ist auf die Überwachung von Fötus und Mutter in zwei unterschiedlichen Situationen ausgelegt: während der Schwangerschaft im dritten Trimester und während der ersten Phase der Wehen. Dabei werden die Signalqualität, die Messgenauigkeit und der Komfort für die Mutter bewertet.
Ebenso wichtig sind die Rückmeldungen des medizinischen Personals, das die Lösung im klinischen Alltag anwendet. Das Projekt wird von einem interdisziplinären Team begleitet. Dazu gehören unter anderem Prof. Dr. med. Daniel Surbek, Chefarzt und Co-Klinikdirektor Frauenklinik Inselspital Bern, und PD Dr. med. Anda Radan, Leiterin der Ambulanten Geburtshilfe, ergänzt durch die Expertise erfahrener Hebammen. Diese enge Zusammenarbeit ist entscheidend, da sich eine Lösung nur dann durchsetzt, wenn sie sinnvoll in die Abläufe im Kreisssaal integriert werden kann.
Nahaufnahme der in das tragbare Band integrierten VidaSense-Technologie. Sichtbar ist die kompakte Sensorik mit Trockenelektroden im Inneren des Systems.
Von der Forschung zum Spin-off
VidaSense baut auf einer längeren Forschungsarbeit bei CSEM auf. Über mehrere Jahre hinweg wurden dort Grundlagen in verwandten Technologiefeldern entwickelt, die heute die Basis für das Spin-off bilden. Unterstützt wurde die Ausgründung unter anderem durch das Start-up-Programm ACCELERATE von CSEM.
Der Übergang von der Forschung in eine klinische Studie im Rahmen der Bern Medtech Collaboration Call (BMCC) verleiht dem Projekt zusätzliche Tiefe.
„Was dieses Projekt besonders macht, ist die Verbindung von Deep-Tech-Forschung, Spin-off und klinischer Erprobung“, sagt Jens Krauss, VP Medtech bei CSEM. „So kommt Innovation Schritt für Schritt näher an ein einsatzfähiges Medizinprodukt heran.“
WEITERE INFORMATIONEN
Erfahren Sie mehr über VidaSense auf der Website des Unternehmens.
Dieses Innovationsprojekt wird von Innosuisse unter der Projektnummer 122.849 IP-LS unterstützt.



